Geschichte von Carolinensiel

Im Jahr 1729 wurde die Eindeichung des Carolinengrodens abgeschlossen. Wo die Harle auf den Deich traf, wurde ein Sielhafen angelegt, der heutige Museumshafen. Durch das Siel unter der Brücke konnte das Wasser bei Ebbe ins Meer abfließen. Am 16. März 1730 vergab Fürst Georg Albrecht von Ostfriesland die ersten Grundstücke rund um den Hafen an die Neusiedler. Dies war die Geburtsstunde von Carolinensiel. Namensgeberin war die Gemahlin des Fürsten, Sophie Caroline aus dem Haus Brandenburg-Kulmbach.

Hafen Carolinensiel

Carolinensiel entwickelte sich zum wichtigsten Hafen im nördlichen Ostfriesland. Durch den Bau des neuen Deichs und der Friedrichsschleuse im Jahr 1765 war er als einziger ostfriesischer Sielhafen vor Sturmfluten geschützt. Von Carolinensiel aus stachen kleine Frachtensegler in See. Um 1860 gab es hier allein 40 Kapitäne mit insgesamt 59 Schiffen, außerdem 2 Werften, 4 Brauereien und zahlreiche Gaststuben. Täglich liefen um die sieben Schiffe ein oder aus. Heute liegen im Museumshafen wieder die typischen Plattbodenschiffe vor Anker und erinnern an die große Zeit der Carolinensieler Seefahrt. Anfang des 20. Jahrhunderts ging diese Epoche jedoch zu Ende. Der Sielhafen wurde nicht mehr gepflegt und setzte sich allmählich bis auf eine Entwässerungsrinne mit Schlick zu. Von 1986 bis 1990 wurden der Museumshafen und die Friedrichsschleuse wieder hergestellt.

Tourismus

Mit der ersten Badesaison auf Wangerooge im Jahr 1804 begann auch für Carolinensiel die Geschichte des Nordseetourismus. Die Entwicklung hin zum Nordseebad begann 1953 mit dem Bau des neuen Deichs, des Schöpfwerks und des Hafens in Harlesiel. Durch die Aufschüttung von 20.000 m³ Sand schuf man einen eigenen Badestrand. Strandhalle, Campingplatz und Meerwassfreibad kamen später hinzu.